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Praxis für Körperpsychotherapie Bioenergetische Analyse

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    Wenn das Baby nur noch schreit

    Da haben sich die Eltern so sehr auf ihr Kind gefreut, sich in der Schwangerschaft gut vorbereitet, manche Aufregungen durchgestanden. Die Geburt selbst war ein grosses Erlebnis, oder mit Schwierigkeiten und Ängsten verbunden. Doch nun ist alles überstanden, das Baby hat seinen Platz in der Familie gefunden, die Eltern ihren Weg, mit ihm umzugehen. Das ist die Zeit, auch etwas zur Ruhe zu kommen, durchzuatmen, sich zu erholen. Doch dann das! Das Baby schreit, lässt sich kaum beruhigen. Stundenlang und Tag und Nacht muss es auf dem Arm getragen werden. Die Mutter schaukelt es, singt Kinderlieder, gibt ihm Spielsachen, dann den Schnuller, legt es wieder ins Bettchen, in der Hoffnung, dass sich das Baby müde schreit. Die Liste der ausprobierten Lösungen ist unendlich. Dazu kommen dann noch die gut gemeinten Ratschläge aus der Familie und von den Freundinnen. Nichts hilft. Der einzige Erfolg scheint darin zu bestehen, dass die Eltern zunehmend die Nerven verlieren. Die Freude am kleinen Kind, die Gefühle von Liebe und Zuneigung können geringer werden, damit auch die Schuldgefühle, wenn Ärger und Zorn über den Schreihals entstehen. Eltern, die sich mit solchen Gefühlen ihrem Kind nähern, können es natürlich erst recht nicht beruhigen. Dann spürt das Kind die distanzierte Haltung der Eltern. Es fühlt sich nicht mehr gehalten, geborgen, geliebt. Es gerät in Verzweiflung  und schreit.

    Abgesehen davon, dass solche Situationen für die Eltern und die Umgebung eine große Belastung darstellen und nicht lange ausgehalten werden können, droht dem Kind wirkliche Gefahr für seine Entwicklung. Ohne die stabile Bindung und Beziehung zwischen Eltern und Baby kann es sich in der neuen Welt nicht sicher, gewollt und unterstützt fühlen. Schwerwiegende Entwicklungsstörungen können sich anbahnen, auch wenn sie erst Jahre später mit einem schlechten Selbstwertgefühl, mit Depressionen oder Aggressionen und anderen Schwierigkeiten deutlich werden.

    Immer wieder kann man hören, dass es sehr hilfreich war, das Kind einfach längere Zeit schreien zu lassen, auch wenn man es als Mutter kaum erträgt. Doch was ist geschehen? Hat sich das Kind beruhigt und gelernt, geduldig auf die Mutter zu warten? Oder hat es resigniert, aufgegeben und gelernt, dass es von dieser Welt keine wirkliche Hilfe zu erwarten hat? Hat es sich in sich zurückgezogen, innerlich die Welt fast schon wieder verlassen? Manche Babys reagieren dann nur noch sehr eingeschränkt auf ihre Umgebung.

    Dies ist kein Zustand, der hingenommen werden muss. Es gibt verschiedene Beratungsstellen, die Familien in solchen Krisen kompetente Hilfe anbieten können.

    In der neuen Schreiambulanz in Neu  Isenburg bekommen die Eltern nicht neue Tricks vorgeschlagen, die sie dann auch in ihren Ordner unter "unbrauchbar" abheften müssten.

    Es wird dafür gesorgt, dass Baby und Mutter, aber auch der Vater, sich wieder entspannen und beruhigen können. Erstaunlich ist dann, wie schnell die Gefühle von Zuneigung, Zärtlichkeit und Liebe wieder aufblühen und das Kind seinen Frieden finden kann. Die verhängnisvolle Spirale ist durchbrochen

    Mit einer speziellen Massage beim Baby wird für seine Beruhigung und Entspannung gesorgt. Diese Massage heisst "Schmetterlingsmassage", weil sie mit ganz leichten Berührungen durchgeführt wird. Zu feste körperliche Berührung könnte das Kind erneut erschrecken und beunruhigen.

    Diese Massage kann auch mit der Mutter gemacht werden. Das kann sie beruhigen und sie kann lernen, die Massage zu Hause beim Baby selbst anzuwenden. Ausserdem lernt die Mutter mit speziellen Atemübungen, sich selbst zu entspannen, mit sich in Kontakt zu kommen. Sie kann ihre eigenen Kräfte spüren und Vertrauen entwickeln, dass sie mit ihrer neuen Situation und den einhergehenden Belastungen fertig werden wird. Da sie während dieser Übungen in der Regel ihr Kind auf ihrem Bauch liegen hat, kann sie erleben, wie das Kind sich in dem Masse beruhigt, in dem sie selbst wieder zu sich findet. Wenn der Mann mit in die Beratung kommt, kann sich die Frau während der Arbeit an seine Brust legen und erfahren, dass sie nicht allein ist und auch Halt und Unterstützung hat.

    Natürlich sind die Ursachen für solche Krisen vielfältig. Schwierige Schwangerschaften und Geburtssituationen können das Baby traumatisiert haben. Es kann in schwierige Beziehungssituationen der Eltern hineingeboren worden sein. Die Eltern können durch ihre eigene Geschichte noch so verstrickt sein, dass sie sich ihrem Baby in der wünschenswerten Weise gar nicht zuwenden können.

    Da sich das Baby jetzt entwickelt, jetzt Halt und eine sichere Beziehung braucht, gibt es nicht viel Zeit, solche Konflikte und psychischen Schwierigkeiten aufzuarbeiten. Der Ansatz der "Emotionellen ersten Hilfe" in der Schreiambulanz kann unabhängig von der Klärung solcher Probleme wirksam werden.

    Es ist ein körperlicher Ansatz und versucht, das biologische Streben von Baby und Mutter nach Beziehung und Bindung zu stärken oder wieder möglich zu machen.

    Dass in der Regel nicht mehr als 10  15 Arbeitseinheiten erforderlich sind, um zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen, macht diese Arbeit zudem zu einer günstigen Alternative, die aber von keiner Krankenkasse finanziert wird. Wiederholt haben Eltern auf Hilfe durch die Schreiambulanz verzichtet, weil sie die hohen Kosten in einer Privatpraxis nicht tragen konnten. In der Schreiambulanz Neu  Isenburg zahlen die Eltern nach Selbsteinschätzung. Wer wenig Geld hat, zahlt wenig, wer mehr Geld hat, wird auch bereit sein, mehr für die Behandlung zu investieren. In der Schreiambulanz Neu  Isenburg will man auf diese Weise vermeiden, dass nur aus finanziellen Gründen auf Hilfe in Krisen mit Schreibabys verzichtet werden muss, mit vielleicht gravierenden Folgen für die Entwicklung des Babys.

    Angesiedelt ist die neue Schreiambulanz Neu - Isenburg in der Praxis für Körperpsychotherapie Bioenergetische Analyse  Dreieichstr. 29, 63263 Neu - Isenburg, Tel: 06102 21274, rmahr@t-online.de